Geschichte

Kurze Zeit nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, als sich das Leben allenthalben zu normalisieren begann, lebten auch die lange Zeit darniederliegenden Vereinsaktivitäten wieder auf. Die „historischen” Vereine wie Gesangverein, Sportverein, Feuerwehr usw. scharten alte und neue Mitglieder in ihren Reihen und nahmen ihre Tätigkeit wieder auf. Zu den eigentlichen Vereinsaktivitäten gesellten sich die traditionsgemäß an Weihnachten und Neujahr stattfindenden Theateraufführungen der Laienspielgruppen innerhalb der Vereine, sowie Tanzveranstaltungen zu Ostern, am 1. Mai, zu Pfingsten, zur Kirmes, usw. Es gab kein Fernsehen und auch nicht in jedem Haushalt ein Radio. Die Menschen wollten nach dem furchtbaren Krieg und der anschließend notwendigen harten Wiederaufbauarbeit hin und wieder für wenige Stunden die Sorgen und Probleme des grauen Alltags vergessen. So war es geradezu selbstverständlich, dass die von den Vereinen arrangierten öffentlichen Veranstaltungen ausnahmslos sehr gut besucht wurden.

Das galt auch für die Fastnachtszeit mit ihren zahlreichen Maskenbällen.  Maskenbälle waren beliebt und wurden gut besucht. Sie gab es landauf – landab. Aber „Fremdensitzungen” waren weitgehend unbekannt. In dieser Zeit kam der Gastwirt Adolf Heil (Gasthaus „Germania”) auf die Idee, in der Fastnachtszeit in dem kleinen Saal im ersten Stockwerk seines Hauses eine „Kreppelzeitung” zu verlesen, in der er heitere Begebenheiten aus dem Leben des Dorfes und seiner Bewohner in humorvolle Verse kleidete und seinen Gästen zur Unterhaltung darbot. Diese fanden zunehmend Gefallen an dieser Bereicherung des Veranstaltungsangebotes. Immer mehr Besucher wollten die zum Teil närrisch „verpackten” Neuigkeiten erfahren. Der Funke war entfacht, das Interesse an Veranstaltungen mit einem närrischen Unterhaltungsprogramm über das Niveau der üblichen Maskenbälle hinaus war geweckt. Nach und nach fanden sich – vorwiegend Gäste der „Germania” (z. B. „die von Steinhagen”), sowie Theater- und Sangesfreunde wie Rolf Bernhardt, Armin Friedrich sen., Herbert Möller, Willi Will, Artur Kratzheller, Heinz Löhr, Karl-Heinz Schmidt, Herbert und Gerhard Jung, Walter Häring, Rudi (Peter) Schröder, Willi Kalteier, Karl Schuster und andere zur aktiven Mitwirkung bei der Vorbereitung und Durchführung karnevalistischer Veranstaltungen bereit.

Zur Kampagne 1951 wurde zum ersten (und leider auch zum letzten Mal) ein öffentlicher Umzug mit drei Wagen und einigen Pferden organisiert. Alles war auf den Beinen und bekundete das große Interesse für den Karneval, gleich welcher Variationen. Mit Lieselotte Best und Heinz Löhr hatte man auf Anhieb sogar schon ein Prinzenpaar parat. Helma Kramer (Häring) repräsentierte als „Germania” das Symbol des gleichnamigen Gasthauses. Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr (wie Adolf Heil, Albert Klapper, Albert Bördner, Ewald Kratzheller, Albert Reuter, Christian Söhngen, Willi Wied, Otto Lohr, Ferdinand Lohr u.a.) bildeten in närrischer Kostümierung und Rudolf Bausch, Rudolf Stamm, Werner Lohr, Walter Lohr und Willi Späther in schlichter Feuerwehruniform das Gefolge des Prinzenpaares, während Heinrich Hartmann, Hermann Kissel und Artur Kratzheller „hoch zu Ross” die berittene Eskorte bildeten. Auf ihrem Zug „von der Bach” zum „Oberdorf” wurden die heimischen Wegbereiter des Prinzen Karneval von der gesamten Einwohnerschaft freudig begrüßt. Im angemieteten Saalbau „Zum Löwen” (heute „U-Boot”) ging es mit Prinzenpaar, Germania, dem Steinhäger-Club und dem auf einer Sänfte getragenen „Boss” Adolf Heil mit Pauken und Trompeten auf die Bühne. Nicht weniger als 930 Eintrittskarten waren dazu verkauft worden – eine mehr als imponierende Zahl bei ca. 1.300 Einwohnern. Der Start war erfolgreich verlaufen und spornte zur Steigerung der Aktivitäten an, die sich so richtig entfalteten, als neben Adolf Heil auch seine gesamte Familie (Ehefrau „Elsje”, Tochter Gisela und Sohn Walfried) sowie die Schwiegereltern („Seitz Christian” und „Setsche Goth”) mit den „Aktivisten” ans Werk gingen und der unternehmungsfreudige und risikobereite „Boss” Adolf Heil den „Germania”-Saal erbaute, der fortan zum Zentrum des örtlichen Karnevals (und darüber hinaus) wurde. In eigener Regie und Verantwortung (inkl. Kostenübernahme) arrangierte Adolf Heil während der folgenden Kampagnen mit seiner Familie und den zahlreichen Karnevalisten Fremdensitzungen, die von sich reden machten und immer mehr Besucher anlockten, so dass mitunter sogar drei Sitzungen abgehalten werden mussten, um die Nachfrage (auch aus der näheren und weiteren Umgebung) zu befriedigen.

Schließlich wurde der Carneval-Club „Germania” 1959 e. V. gegründet und Adolf Heil zum ersten Vorsitzenden gewählt. Die von Armin Friedrich sen. und Artur Kratzheller verfaßte Vereinssatzung sah lediglich die Aufnahme aktiver Mitglieder und die Beschlußfähigkeit der Jahreshauptversammlung bei Anwesenheit von zwei Dritteln der Mitglieder vor. Diese bezeichnende Regelung musste später (wie bei allen Vereinen) gründlich aktualisiert werden. Der neue Verein konnte auf den bereits erworbenen Lorbeeren aufbauen und seine Programme noch erweitern. Seine ausgefeilten Sitzungen dauerten oft über fünf Stunden. 60 bis 80 Mitwirkende warteten mit Büttenreden, Gesangseinlagen, Sketschen, Tänzen, Solo-Einlagen etc. auf und kreierten die „eigene Note des Eschbacher Karnevals”, über den die Tageszeitungen ganzseitig in Wort und Bild berichteten. Karl Schuster fertigte in wochenlanger, mühsamer (kostenloser) Arbeit eindrucksvolle, dem jeweiligen Motto der Sitzung angepasste Bühnen- und Saaldekorationen sowie fast alle von den Mitwirkenden bei ihren Auftritten benötigten Requisiten. Prinzengarde und die fast legendär gewordenen „Taunusspatzen” garantierten ebenso stets Programmhöhepunkte wie der „große musikalische Streifzug” mit bekannten und gefälligen Melodien zu Original- bzw. selbstverfassten aktuellen Texten. Für den musikalischen Teil (einschließlich Einstudierung) sorgten Heinrich Berschet und Ignaz Hofmann mit ihren Mannen. Bei diesen intensiven Vorbereitungen einer Kampagne entstand auch das von Heinz Löhr verfaßte und von Ignaz Hofmann komponierte „Laubuseschbacher Nationallied”: Du schöner Taunus

Hast die Natur du von Herzen gern,
liebst du den Wald und die Höh’n.
Kommst du auch zu uns aus weiter Fern’
findest dies Fleckchen du schön.
Hier findest du was dir gefällt,
drum hast du das Richt’ge gewählt.

Refrain:
Im schönen Taunus, mit all seinen Bergen,
im schönen Taunus mit allen seinen Höh’n
und am Fuße seiner Berge
liegt mein kleines Dörfchen wunder- wunderschön
liegt mein Laubuseschbach wunder- wunderschön.

Kommt dann ein Gast, der mal hier geweilt;
herrlich erholet nach Haus,
sagt er „War das eine herrliche Zeit”
und ruft begeistert dann aus:
„Ihr Freunde, für’s nächste Jahr
mein Reiseziel ist schon klar.”

Refrain: „Zum schönen Taunus…“

Erwähnenswert ist das Zustandekommen dieses Schlagers im 3/4 Takt, der fortan bei keiner Veranstaltung des Clubs mehr fehlte und über die Ortsgrenzen hinaus weite Verbreitung fand. Verfasser Heinz Löhr, selbst ohne Notenkenntnisse, sang das Lied bei einer der zahlreichen Proben dem unvergessenen Mitglied der Kapelle Berschet, Ignaz Hofmann immer wieder vor und dieser trug das Gehörte auf der Rückseite einer für die Dekoration vorgesehenen Tapete provisorisch auf und setzte es danach ordnungsgemäß in Noten. Das stimmungsvolle Lied einer ganzen Region war geboren. Es wurde später von dem gemischten Chor „Frohsinn-Eintracht” (dem auch viele Mitglieder des Clubs angehören) auf eine Schallplatte gebannt. Die positive Entwicklung des Clubs beeinflusste maßgeblich nachhaltig der langjährige und verdienstvolle Sitzungspräsident Rolf Bernhardt. Musikalisch talentiert, redegewandt und mit rheinischem Humor und Akzent ausgestattet, setzte er in dieser wichtigen Funktion Maßstäbe, die zwar oft kopiert, jedoch nie erreicht wurden.

Laubuseschbach war neben Löhnberg zur „Karnevalshochburg” im Oberlahnkreis geworden. Dem trugen auch die wiederholten Besuche des jeweiligen Landrats in den Sitzungen Rechnung. Hart traf es den rührigen Club, als der Pächter des „Germania”-Saales (Adolf Heil hatte den Gaststättenbetrieb inzwischen verpachtet) den Karnevalisten die Nutzung des Saales und seiner Nebenräume untersagte und ein anderer Saal im Dorf nicht zur Verfügung stand. Getreu dem Wahlspruch: „Was uns nicht umwirft, macht uns nur härter” ließen  sich die Aktiven nicht entmutigen. Sie stellten weiterhin attraktive Programme zusammen und „gastierten” als „Wanderzirkus” in Wolfenhausen, Münster, Weyer, Eisenbach, Schupbach und Dietenhausen – wo sie unzählige Besucher erfreuten und sicherlich indirekt mit dazu beitrugen, dass später auch dort örtliche Karnevalsveranstaltungen arrangiert wurden -, bis ein erneuter Pächterwechsel ihnen die Rückkehr in den „Germania”- Saal in Laubuseschbach ermöglichte.

Obwohl viele Einwohner die heimischen Karnevalisten auf ihren „Gastspiel- Reisen” begleiteten, flaute das große Interesse – nicht zuletzt wegen der inzwischen fast in allen Orten veranstalteten eigenen Fremdensitzungen sowie des sich in allen Vereinen immer stärker zeigenden Desinteresses breiter Bevölkerungskreise am Vereinsgeschehen – immer mehr ab. Selbst die ursprünglich große Bereitschaft zur aktiven Mitwirkung ließ bei den hierfür in erster Linie in Betracht kommenden Altersgruppen leider immer mehr nach. Auch die zahllosen Fernsehsendungen über Spitzenveranstaltungen im karnevalistischen Bereich tragen mit dazu bei, dass der Höhepunkt der örtlichen Fastnacht offensichtlich unwiederbringlich dahin ist.

Seit der Eröffnung des neuen Bürgerhauses „Alte Schule” finden die alljährlichen Sitzungen und Bälle des Clubs in dem schmucken Saal dieses Hauses statt (der „Germania”-Saal ist als solcher wieder verwaist). Im Interesse des Clubs, seiner Mitglieder und Freunde bleibt zu hoffen, dass sich alljährlich immer wieder genügend „aktive” Karnevalsidealisten bereitfinden, ansprechende Programme zu erstellen, einzustudieren und effektvoll durchzuführen, um den Freunden der Eschbacher Fastnacht auch in Zukunft Karnevalsveranstaltungen bieten zu können, die sich als Besuchermagnet auswirken und die relativ kurze, aber ereignisreiche und weithin akzeptierte Clubtätigkeit noch lange Zeit fortsetzt.

1992 formatierte sich aus der Prinzengarde die neue Tanzgarde unter der Leitung von Manuela Balbach.

Im Herbst 1996 wurde das Männerballett die Traumtänzer gegründet. Gleich zu Beginn des nächsten Jahres erlebten diese ihren Karrierehöhepunkt: Laubuseschbach wurde im HR Fernsehen als „dolles Dorf“ gezogen und die Traumtänzer waren Teil dieser Sendung, die am 07.02.1997 ausgestrahlt wurde.

Die heutige Gesangsgruppe 1100 Kilo erhielt ihren Namen bei der legendären 1100 – Jahr Feier (897 – 1997) im gleichen Jahr.

Die Tanzgarde spaltete sich 1997 in die „ältere“ Rote Garde und die „jüngere“ Blaue Garde. 2008 kam hier die „kleine“ Grüne Garde hinzu, um auch den aktiven Nachwuchs bereits aus jungem Alter zu fördern.

2013  gründete sich eine reine Mädelstanzgruppe, die von Jahr zu  Jahr mit spontanen Auftritten das Publikum überraschen – Die Mädels.

Inzwischen haben die Rote und Blaue Garde „getauscht“. Somit sind heute die Blaue Garde die „Ältesten“ und glänzen mit spektakulären Auftritten. Nachzulesen sind die verschiedenen Trainerinnen und Aufteilungen der Garden auf der Seite Gardetanz.

Im Jahr 2014 wurde der CCG Laubuseschbach vom Nauborner Karnevals Club zur Faschings Summer Challenge nominiert. Ein toller Tag zusammengefasst:

2015 wurde eine zweite Männertanzgruppe gegründet, die jungen Wilden, die Eschbächer Schoppedäncer! Zunächst wagten 4 motivierte Männer den Gang auf die Bühne und sind heute mit 7 Tänzern fester Bestandteil des Programms in Laubuseschbach.

Die Kampagne 2020/2021 geht sicherlich in die Geschichtsbücher ein. Die COVID-19 Pandemie hat weltweit zugeschlagen und das normale Leben sehr stark beeinträchtigt. Aus diesem Grund sind auch die Sitzungen des CCG Laubuseschbach ausgefallen. Dennoch wollte der CCG nicht ohne eine Sitzung diese Kampagne beenden. Daher wurde ein virtueller Maskenball aus Teilen vergangener Sitzung sowie neuen Elementen zusammen geschnitten.

Der Verein zählt heute 159 Mitglieder (Stand Januar 2020).

Die Vorsitzenden des CCG bis heute: Adolf Heil, Heinz Löhr, Alfred Schmidt, Jürgen Metzler, Karl-Heinz Schmidt, Rainer Stockrahm, Christian Harms, Yvonne Ohr

Traditionell sind die Prunksitzungen immer einem Thema zugeordnet an dem sich die Darsteller und Tänzer orientieren können. Dazu zählt auch eine geschmückte Narrhalla, die vom Deko-Team, jedes Jahr in vielen Abendstunden gemalt und aufgebaut werden. Das Deko-Team, bestehend aus Jochen Hastall, Kim Ruck, Burkhard Heimann, Claudia Heimann und Elke Heil, haben in den vergangenen Jahren viele tolle Themen verwirklicht:

Jahr Thema
2023 Kindheitshelden
2022 Maskenball im Home Office
2021 Maskenball im Home Office
2020 Eschbach ist Mee(h)r
2019 Fiesta Mexicana
2018 Irland – das Land der Feen und Kobolde
2017 Olympia
2016 Zurück in die Zukunft (66 Jahre CCG LE)
2015 Afrika
2014 Es war einmal…
2013 Karibik
2012 Venezianische Nächte
2011 Tanz der Vampire
2010 Let the Sunshine (60 Jahre CCG LE)
2008 Aliens im Weltall
2007 Indien
2006 The Muppet Show
2005 Brasilien (55 Jahre CCG LE)
2004 Carneval Circus Germania